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Maker Stories - Andre Morgner

Andre Morgner

St. Pauli-Fans können auch „Waldmänner sein“

Wer sich auf ein Date mit Andre Morgner einlässt, der muss gegebenenfalls damit rechnen, richtig auf die Ohren zu kriegen. Denn der fünfundvierzigjährige Wahlschweizer, der aber irgendwie immer noch Erzgebirger ist (weil er von hier stammt und sich dessen auch nicht schämt), ist eine Plaudertasche im allerbesten Sinne; weder mürrisch-verschlossen noch großtuerisch-prahlend. Wobei man ihm Letzteres gar nicht verübeln würde, bei dem was es so alles schon erlebt und geleistet hat. 

Der großgewachsene sportliche Typ stammt aus Bernsbach bei Aue, fühlt sich einem Fußballclub gewogen, der auch aus der Ecke kommt und lebt seit dreizehn Jahren in der Schweiz. In Wiesbaden hat er zwischen 2002 und 2007 Design studiert (in der Regelstudienzeit fügt er stolz hinzu – und wer kann das heute noch von sich behaupten) und ist von der Berufsbezeichnung her Diplomdesigner. 

Ja, klingt gut, wird mancher jetzt sagen. Aber spektakulär? Moment, bitte keine voreiligen Schlüsse. Stellen wir uns mal die folgende Situation vor. Jemand versucht in Hamburg am Millerntor (für die Uneingeweihten: das ist die Heimspielstätte des 1. FC St. Pauli – 2. Bundesliga) Räuchermänner zu verkaufen. Ziemlich bescheuerte Idee, oder? Keinesfalls, wenn man es intelligent anstellt, so wie es Andre eben getan hat. Es handelt sich nämlich nicht um „ganz normale“ Räuchermänner, sondern um waschechte St. Pauli-Fans in Räuchermännertracht. Und die und viele weitere Artgenossen gehören zu den „Boys from the Wood“, einem Markenzeichen, das Andre Morgner entwickelt hat. 

Die Idee klingt ziemlich einfach aber es sind ja die einfachen Ideen, die man so selten hat. Man nehme (so hat er es um 2006 herum getan) eine Kiste mit Räuchermännereinzelteilen, fräse hier ein bisschen rum, schleife dort etwas ab, designe dieses Teil neu, kombiniere dort mal etwas ganz anders – und irgendwann hat man ein Unikat entwickelt, das es in der Form noch nicht gibt und das in seiner kugeligen Grundform sozusagen der „Boy-from-the-Wood“ Urvater ist. „Nun gut“, werden die ewigen Zweifler und Nörgler jetzt sagen und ich höre sie regelrecht: „Das bedeutet ja noch lange nicht, dass so etwas auch jemand haben will.“ Richtig, das bedeutet es nicht automatisch. Aber wenn man weiß, dass man Andre die Dinger in Chemnitz (und eben auch in Hamburg und über den online-shop sowieso) regelrecht aus den Händen reißt, dann scheint das doch für einen positiven Marktwert zu sprechen, oder?

Und warum das alles? Räuchermänner sind ja nun in unserer Gegend wirklich alles andere als eine Seltenheit. Auch dafür hat Andre gute Argumente, ihn ärgert es nämlich, dass das Erzgebirge häufig als verschlafen und verstaubt hingestellt wird. „Mit den ‚Boys‘ verbinden wir Tradition mit Modernität – das, so denke ich, spricht doch für das Erzgebirge, oder?“ Ich muss ihm uneingeschränkt recht geben. Dann erzählt er weiter, dass die Kollektion ständig wächst und wenn meine Frau Lust hätte, könnte sie auch mich als Räuchermann gestalten lassen. Man sieht also, gestalterische Grenzen scheint es nicht zu geben. 

Dass Andre auch ein in bisher vierzig Ländern erfolgreich agierender Graffiti-Künstler ist und allein auf Insta eine Viertelmillion Follower hat, rundet das Bild von dem sympathischen Mann mit den wachen Augen ab. Ich überlege auf dem Nachhauseweg, wie es mir gelingen könnte, meine Frau zu überzeugen, dass sie mich zu Weihnachten neben die anderen Räuchermänner stellen könnte. 
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Fühlt sich als: waschechter Erzgebirger

Lebt derzeit: in der Schweiz

Hat erfunden: die Marke Boys from the Wood

Dahinter verbergen sich: Räuchermänner, die z. B. auch im St-Pauli-Design daherkommen können

Kennt sich außerdem aus: als Graffiti-Künstler mit einer Viertelmillion Followern auf Insta

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